
Der ca. 11 km lange Limski Kanal verläuft zwischen der malerischen Küstenstadt Rovinj und der nördlich liegenden Urlaubsdestination Vrsar in der Region Istrien. Der Limski zaljev, wie der kroatische Name lautet, wird oftmals als Limski Fjord, durch seine Ähnlichkeit mit nordischen Fjorden, bezeichnet. Der Limski Kanal ist aber eine sogenannte „Ria“, die an Flusstälern entstehen. Das gesamte Lim-Tal, das nach Osten in Richtung Pazin verläuft, hat eine Länge von etwa 35 km.
Der Name des Canale di lemme oder Canale di leme, wie die Limbucht auf Italienisch genannt wird, führt auf das römische Zeitalter zurück. Zur Zeit des römischen Imperiums trennte hier der Limes die Regionen Porec und Pula. Das gesamte Gebiet rund um die Limbucht (Limski zaljev) wurde 1964 unter Schutz als „bedeutende Landschaft“ gestellt. Im Jahr 1980 wurde es zusätzlich als „spezielles Meeresreservat“ deklariert.
Muschel- & Austernzüchter
Aufgrund des hohen Sauerstoffgehalts und des geringen Salzgehaltes findet man entlang des Kanals viele Austern- und Muschelzüchter. Dies spiegelt sich natürlich auch auf den Speisekarten der ansässigen Restaurants wieder, auf denen man vorzügliche Gerichte mit Austern und Muscheln findet.
In den umliegenden Urlaubsorten, wie Rovinj, Vrsar und Porec, werden Ihnen Bootsausflüge zum Limski Kanal angeboten. Die Ticketpreise beginnen bei ungefähr 30,00 € / Person. Den besten Überblick über die circa 600 Meter breite und circa 100 Meter tiefe Limski Bucht hat man von der Nordseite des Kanals.
Bitte beachten Sie, dass das Baden und Boot fahren nur zum Teil im Limski-Kanal erlaubt ist. Lt. der örtlichen Tourismuszentrale von Vrsar sind Bootsfahrten und Schwimmen bis zur Boje erlaubt. Das Angeln ist im gesamten Naturschutzgebiet des Limski Kanals verboten.
Sehenswert ist vor allem der Limski Kanal selbst, aber auch die bezaubernde Naturlandschaft, die ihn umgibt. Aber auch einige historische und sakrale Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, kann man beim Besuch des Naturreservates mit besichtigen. Nicht ohne Grund wurde der Limski Kanal bei uns auf die Liste der schönsten Sehenswürdigkeiten in Istrien mit aufgenommen.
Höhle von Romuald
An der Ostseite des Limski Kanals befindet sich die Romuald Höhle, welche nach dem hl. Romuald benannt wurde. Um das Jahr 1000 n. Chr. lebte in dieser Höhle der Einsiedler Romuald, der später von der katholischen Kirche heili
ggesprochen wurde. Die 105 m lange Romuald-Höhle, welche schon vor über 20.000 Jahren entstand, ist heute als ein Karstphänomen geschützt, auch weil darin eine Fledermauskolonie lebt. Die Höhle ist zwischen fünf und sieben Meter hoch und zwei bis sieben Meter breit und beeindruckt durch sieben größere Säle mit Sedimentablagerungen und Zierelementen. Einst fand man darin Überreste von Höhlenmenschen, wie Backenzähne, sowie zahlreiche Tierüberreste von Höhlenbären und -hyänen.
Auf der Kozarica Anhöhe, hat man von der Aussichtsplattform einen wunderschönen Ausblick auf das türkisfarbene Wasser des Limski Kanals, weit über die fjordähnliche, von dichtem Grün gesäumten Bucht bis zur Adria. Ein idealer Zwischenstopp auf einer Istrien-Rundreise. Lokale Stände verkaufen regionale Produkte, handgemachten Souvenirs, Olivenöl, Honig und heimische Spezialitäten. Kleine Imbissstände bieten Snacks für Zwischendurch. Parkplätze gibt es direkt an der Straße, auf einem improvisierten Parkplatz.
Muschel- & Austernzüchter
Das Ökosystem im Limski Kanal ist dank der Vermischung von Süß- und Salzwasser ideal für die Muschel- und Austernzucht. Das Süßwasser aus den Karstquellen strömt ins Meer und vermischt sich mit dem Salzwasser der Adria. Die versch. Wassertemperaturen & Salzgehalte bieten eine ideale Grundlage für den feinen und außergewöhnlichen Geschmack der Austern und Miesmuscheln. Bei einem Besuch kann man in den ansässigen Restaurants am Limski Kanal die leckeren Meeresfrüchte genießen.
Geisterstadt Dvigrad
Die Überreste der Mittelalter-Stadt Dvigrad liegen quasi in der Verlängerung des Lim Kanals im Tal von Lim. Von den Ruinen von Dvigrad aus hat man eine herrliche Aussicht. Die Kirche der Hl. Sophia ist das am besten erhaltene Gebäude der Ruinenstadt Dvigrad. Wer alte Gemäuer und Mittelalter-Flair mag ist hier an der richtigen Adresse. Dvigrad war einst eines der bedeutendsten Handelszentren der Region Istrien. Im 17. Jhdt, nach Ausbruch von Pest und Malaria, wurde die Stadt von Ihren Bewohnern aufgegeben.